Die Dampfspeicherlok

Funktionsweise
Die Dampfspeicherlok ist eine feuerlose Dampflok, die mit gespeichertem Wasserdampf betrieben wird. Bevor die „Feuerlose“ betriebsbereit ist, muss sie aus einem Dampfkessel betankt werden. Dadurch, dass in ihr kein Feuer brennt, kann sie auch in einer explosionsgefährdeten Umgebung eingesetzt werden.

Die Dampfspeicherloks können bis zu 2000 Tonnen bewegen und müssen alle 6-8 Stunden neu befüllt werden. Der Kessel – ein einfacher druckfester Thermosbehälter – wird aber nicht einfach mit Dampf gefüllt, sondern der von außen zugeführte Dampf erhitzt das Wasser im Kessel auf ca. 180°C. Wird nun durch Fahren Dampf verbraucht, so kocht das Kesselwasser sofort nach. Durch dieses Prinzip können Dampfspeicherloks mehrere Stunden ohne Nachfüllen eingesetzt werden – bis das Wasser verbraucht ist.

Vorteile:

  • einfache und kostengünstige Kesselbauart
  • geringe Betriebskosten
  • keine Abgase
  • kein Energieverbrauch während der Stillstandszeiten
  • in explosionsgefährdeten Gebieten einsetzbar

Nachteile:

  • eng begrenzter Aktionsradius
  • Adhäsionsgewicht nimmt im Betrieb der Kesselführung ab, Schleuderneigung

Geschichte:
Der Deutsch-Amerikaner Dr. Emil Lamm entwickelte diese Loks in den USA, welche dann 3 Stück 1873 für die Straßenbahn New Orleans – Carrolton sowie weitere Loks bei der Strecke New York – Canartio in Betrieb nahm.

Als Straßenbahnloks hatten sie nicht viel Erfolg, jedoch werden sie bei Werksbahnen nach wie vor eingesetzt – vor allem während der 50er-Jahre waren diese Loks im industriellen Gebrauch weit verbreitet.

2011 gab es in Deutschland noch 79 Dampfspeicherloks, von denen noch sieben Stück in Betrieb sind, etwa die Hälfte der heute betriebsfähigen deutschen Feuerlosen.

Die größte Konkurrenz sind die Dieselloks. Hoffentlich kommen wieder mehr Exemplare in Betrieb.

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